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Mit Jugendlichen in die solare Zukunft
Startschuss für das Jugendsolarprojekt vom Bund Naturschutz in Kooperation mit katholischer und evangelischer Jugend

Jugend ist Zukunft. Und in welcher Welt junge Menschen zukünftig leben, wollen sie selber mitgestalten. Deshalb engagiert sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Umweltbildung, denn „Umweltbildung ist Zukunftssicherung“. Das meint auch Umweltstaatssekretärin Melanie Huml und hat einen Scheck in Höhe von 73 000 Euro für das Jugendsolarprojekt an den BDKJ-Diözesanverband, den Bund Naturschutz (BN) und die Evangelische Jugend Bamberg (EJ) überreicht.

Mit der Scheckübergabe vor der Photovoltaikanlage auf der Hallstadter Schule fiel der Startschuss für ein zukunftsweisendes Projekt, das vom Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bamberg, und dem BDKJ gemeinsam mit der Evangelischen Jugend durchgeführt wird. In dem bundesweit einmaligen Projekt werden Jugendliche gemeinsam mit Fachfirmen aus der Region Photovoltaikanlagen bauen und damit praktisch zum Klimaschutz beitragen. Lernen durch Handeln, Umweltbildung durch Aktion ist dabei der Kerngedanke.

„Umweltbildung ist Zukunftssicherung. Wer in jungen Jahren den Wert der Natur schätzen lernt, sorgt sich als Erwachsener mehr um Umwelt- und Klimaschutz“, so Huml bei der Übergabe des Förderschecks für das Jugendsolarprogramm in Höhe von 73 000 Euro. „Meine Heimatregion Bamberg ist mit dem Jugendsolarprojekt Vorbild für andere Regionen.“ Für den Diözesanvorsitzenden des BDKJ, Matthias Lange, ist „Bewahrung der Schöpfung eine zentrale Aufgabe für kirchliche Jugendarbeit. Wir freuen uns, mit dem Projekt hier noch mehr bewegen zu können“. Auch die Evangelische Jugend hat sich zu mehr Engagement im Umweltbereich verpflichtet und möchte Jugendliche in ihren Angeboten verstärkt damit konfrontieren. Dekanatsjugendreferent Hubertus Schaller erhofft sich dafür wichtige Impulse vom Jugendsolarprogramm.

Möglich wird das Projekt durch die Förderung aus dem Klimaprogramm Bayern 2020 des Bayerischen Umweltministeriums. Melanie Huml ist Schirmherrin des Jugendsolarprogramms. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 103000 Euro.

Der Vorsitzende der Bund Naturschutz-Kreisgruppe, Heinz Jung, bedankte sich bei der Staatssekretärin sowie bei der Erzdiözese Bamberg und dem Ökostromanbieter Naturstrom, die das Projekt ebenfalls ideell und finanziell unterstützen. „Der Bund Naturschutz hat schon vor vielen Jahren erfolgreich dafür gekämpft, dass Solaranlagen auf die Dächer kommen. Mit diesem Projekt wollen wir nun erreichen, dass die Idee vom regenerativen und dezentralen Solarstrom in den Köpfen der jungen Menschen ankommt“, fasst Heinz Jung die Motivation des Bundes Naturschutz zusammen.

Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden sich über 500 Jugendliche in Workshops und Solarbauwochen intensiv mit dem Klimawandel und den Chancen erneuerbarer Energien auseinandersetzen. Sie sollen so selbst zu Klimaschutzexperten und Botschaftern einer solaren Zukunft werden. Die Jugendlichen sind in allen Phasen von der Planung bis zur Öffentlichkeitsarbeit in den Solarbauvorhaben selbst aktiv. Dabei werden sie von einem Projektmitarbeiter pädagogisch begleitet und fachlich unterstützt. Erreicht werden die Jugendlichen über die Kooperation mit Jugendverbänden und Schulen in der Region Bamberg.

„Wir möchten mit dem Vorhaben auch die Klimaallianz Bamberg unterstützen“, betonte der Vorsitzende der Bund Naturschutz-Kreisgruppe. Das Ziel, bis 2035 100 Prozent energieautark zu sein, könne nur erreicht werden, wenn alle mitziehen und eingebunden werden, insbesondere Jugendliche. Bei der Umsetzung des Jugendsolarprogramms wird deshalb auf die Kooperation mit Kirchengemeinden, Kommunen, Vereinen, öffentlichen Einrichtungen und Solarfirmen aus der Region gesetzt.

Vorbild und Referenzprojekt ist das Jugendsolarprojekt von Greenpeace Schweiz (www.jugendsolarprojekt.ch). Dort wurden in den letzten zehn Jahren mit über 10 000 Jugendlichen fast 180 Photovoltaik-Anlagen realisiert. Fabian Rieger, ehemaliger Mitarbeiter des Schweizer Projekts, stellt das gewonnene Know How dem Jugendsolarprogramm zur Verfügung.

Datum: 11.03.2011
Autor: Volker Poerschke